Wirtschaftsjunioren erleben Feuerwehr aus erster Hand
Ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr schützt Leben und Infrastruktur – es benötigt aber auch Rückhalt im Berufsleben. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Einsatz- und Übungszeiten ermöglichen, sichern die Einsatzfähigkeit und investieren zugleich in Gemeinsinn, Verlässlichkeit und Sicherheit. Der Dialog mit der Wirtschaft trägt dazu bei, Verständnis dafür zu schaffen, dass Einsatzkräfte im Notfall auch kurzfristig den Arbeitsplatz verlassen müssen, um schnell Hilfe zu leisten.
Am Montagabend besuchten rund ein Dutzend Mitglieder der Wirtschaftsjunioren Offenbach am Main e. V. die Feuerwache in Neu-Isenburg. Begrüßt wurde die Gruppe von Landrat Oliver Quilling und Neu-Isenburgs Stadtbrandinspektor Sebastian Morawe. Die Wirtschaftsjunioren erhielten einen Einblick in die Aufgaben, Organisation, Ausstattung sowie rechtlichen Grundlagen der Feuerwehr in Hessen, hinter der überwiegend ehrenamtliche Kräfte stehen. In Hessen gebe es nur sieben Berufsfeuerwehren in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Kassel, Offenbach, Gießen und Hanau mit über 2.000 Feuerwehrbeamtinnen und -beamten. Auch in diesen sieben Städten seien zusätzlich Freiwillige Feuerwehren im Einsatz, sagte der Stadtbrandinspektor.
Im Kreis Offenbach leisten in 29 Freiwilligen Feuerwehren insgesamt rund 1.600 Frauen und Männer einen aktiven ehrenamtlichen Dienst. „Diese Zahlen zeigen, wie stark der Brand- und Katastrophenschutz im Kreis auf ehrenamtlicher Basis funktioniert. Dieses Engagement ist auch auf die Unterstützung aus der Wirtschaft angewiesen, insbesondere wenn es darum geht, Beschäftigte für Weiterbildungen, Übungen und Einsätze freizustellen“, so der Landrat. „Im Ernstfall entscheidet die schnelle Verfügbarkeit der Feuerwehrleute über Menschenleben.“
Stadtbrandinspektor Sebastian Morawe erläuterte den Wirtschaftsjunioren das breite Spektrum und den Umfang der Einsätze der Neu-Isenburger Feuerwehr, die auch für Abschnitte auf den Autobahnen zuständig ist. „In Neu-Isenburg unterstützen etwa 140 Aktive, zehn Prozent davon sind weiblich, verteilt auf zwei Stadtteilfeuerwehren die 14 hauptamtlichen Einsatzkräfte.“ Nach Angaben von Sebastian Morawe lag die Gesamtpersonalleistung im vergangenen Jahr bei den rund 700 Einsätzen bei 4.500 Stunden. Die Zahl der Ausbildungsstunden summiere sich auf 3.200.
Die Arbeit der Feuerwehrleute zeichnet sich nach Darstellung des Stadtbrandinspektors durch Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein, Mut, Entschlossenheit, gute Kommunikationsfähigkeit, Lernfähigkeit, physische und psychische Belastbarkeit sowie Stressresistenz und Ruhe aus. „Jeder Arbeitgeber kann sich glücklich schätzen, wenn er Mitarbeitende hat, die diese Tugenden und Soft Skills verkörpern“, betonte Feuerwehrchef Sebastian Morawe.
„Für Unternehmen zahlt sich die Unterstützung der Brandschützerinnen und Brandschützer doppelt aus: Wer Freistellungen für Einsätze oder Übungen ermöglicht, stärkt die örtliche Sicherheit und profitiert zugleich von den Kompetenzen der Einsatzkräfte“, sagte Oliver Quilling.
„Feuerwehren stehen für Retten, Löschen, Bergen und Schützen – und sie leisten weit mehr: Sie rücken zu Bränden und Unfällen aus, sichern bei Unwetterlagen, binden Gefahrstoffe, unterstützen den Rettungsdienst, beraten in der Prävention und fördern den Nachwuchs in Kinder- und Jugendfeuerwehren. Dieses Engagement trägt in allen Städten und Gemeinden unseres Kreises rund um die Uhr zur Sicherheit bei“, so der Landrat.
